Fülle

 

Ein freier Tag, die große Stadt,

die so manche Reize auf uns hat.

Wir schlendern durch die vollen Gassen,

wollten uns gern treiben lassen.

 

Massen von Menschen drängen und schieben,

eigentlich alle von Grund auf verschieden

und doch alle blinde Marionetten,

an unsichtbaren Konsumweltketten.

 

Die stählerne Kette der materiellen Welt,

die unser Konstrukt des Wohlstands hält,

Schaufenster, Regale, voll und bunt,

steh'n sie alle davor mit offenem Mund.

 

Erwählte Musik lädt hinterhältig ein,

im Rausch der Freude beim Shopping zu sein.

Wie doch alles glitzert und glänzt,

fein sortiert im edlen Kaufhaus hängt.

 

Mit Plakaten, Katalogen und farbigen Schildern,

präsentiert der Lebenstraum sich in Hochglanzbildern,

und schon ruft der Aktionsrabatt im nächsten Laden:

"Ein Schnäppchen, schau her, das musst du haben!!"

 

Im Taumel des Glücks über den neuen Besitz,

die Menge benebelt durch die Straßen flitzt,

das Handy gezückt, gepostet, geteilt,

den Kopf gesenkt, die scheinbar Seele "geheilt".

 

Ich bleibe stehen inmitten der Menge

spüre statt Glück nur Stress und Enge.

Überreizte Gestalten mit wirrem Blick

bis zum Hals in Hab und Gut verstrickt.

 

Ich muss raus aus der Stadt, such' die Stille.

Mich überflutet all diese Fülle.

Ich schau nach oben, will ein Vogel sein,

frei und leicht ohne materiellen Schein.

 

Will Freiheit atmen, tief ein und aus,

nur aus dem wilden Konsumtreiben raus.

Mag spüren welches Glück sich zeigt

wenn wir uns üben in achtsamer Bescheidenheit. 

 

Anja Krafczyk


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